Nestmodell

Im Nestmodell verbleiben die Kinder in den bisherigen Wohnräumen und werden dort abwechselnd von den Eltern, jeweils alleinverantwortlich betreut. Trotz Trennung und Scheidung der Ehe kann das Nestmodell im Interesse der Kinder einen großen Teil der bisherigen ehelichen Beziehung als Elternebene bewahren. Dies ist anspruchsvoll.

Die Herausforderungen, die das Nestmodell, an die beiden Eltern, ein vielleicht schon geschiedenes Ehepaar stellt, treten in jeder entsprechend gelebten Ehe auf. Beide Eltern bekommen die Chance zu gleichem Kinderkontakt. Die Elternebene kann mehr noch als in anderen Modellen auf gleicher Augenhöhe, wenn auch nach der Trennung, gelebt werden.

Die vielen Fragen, die sich dabei stellen, können höchst individuell gelöst werden.
So wird der Kindesunterhalt häufig durch ein gemeinsames Konto für Kinderausgaben, einen Kindertopf ersetzt. Die Mutter bekommt mehr Freiräume wie in anderen Modellen und  ein Vater kann sich in dem Kinderkontakt auch in der gewünschten Form selbst verwirklichen. 

Der Wohnbedarf kann sogar günstiger sein, als bei anderen Modellen. So zieht vielleicht Mann oder Frau zu Beziehungspartnern oder sind beruflich sowieso unterwegs. Auf lange Sicht ist dieses Modell auch in Hinblick auf die Integration neuer Beziehungspartner, vielleicht auch deren Kinder höchst flexibel gestaltbar.

Aus den hier in Mediationen vereinbarten Nestmodellen kommen auch nach Jahren gute Rückmeldungen. Aus einem Nestmodell ist sogar zu erfahren, dass die jeweils neuen Lebenspartner mit deren Kindern integriert werden konnten. Gemeinsame Feste in diesem großen Patchwork sind möglich. Auch dort tobt das Leben wie in jeder anderen großen Familie. Die Kindern sind die großen Gewinner von solchen Strukturen.

 

 

Erich Kager
Rechtsanwalt, Mediator
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